Abschlüsse

Es werden in den Zeugnissen ausführliche schriftliche Beurteilungen gegeben, die im Laufe der Oberstufe auch durch Zensuren ergänzt sind. Es findet auf keiner Klassenstufe eine Auslese der Schüler statt, weshalb die Klassengemeinschaften zwölf Jahre lang erhalten bleiben. Folgende staatlichen Prüfungen können abgelegt werden:

Ein Hauptschulabschluss ist möglich nach der 9. oder 10. Klasse, in Einzelfällen auch nach der 11. oder 12. Klasse.

Der Realschulabschluss wird nach der 12. Klasse abgelegt.

Die Fachhochschulreife- und Abiturprüfungen erfolgen in der 13. Klasse.

Die Orientierungsgespräche dazu finden im 10. Schuljahr statt.

  • Der Hauptschulabschluss

    Dieser besteht in der Anerkennung von eingereichten Arbeiten aus dem laufenden Schuljahr in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Das Staatliche Schulamt bescheinigt dem Schüler im Notenzeugnis, welches sämtliche Fächer seiner bisherigen Schulzeit enthält, die Gleichwertigkeit der erbrachten Leistungen hinsichtlich des staatlichen Hauptschulabschlusses.

  • Der Realschulabschluss

    Die Realschulprüfung findet in Klasse 12 statt.

    Als erster Prüfungsteil findet im Dezember / Januar die sog. EuroKom-Prüfung (Europäische Kommunikationsfähigkeit) im Fach Englisch statt.

    Die schriftliche Prüfung erstreckt sich auf die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik. Im Fach Mathematik wird ein Teil der staatlichen Aufgaben durch Aufgaben zum Unterrichtsstoff der 11. und 12. Klasse an Waldorfschulen ersetzt.

    Für die FüK (fächerübergreifende Kompetenzprüfung) wählen die Schüler zu Beginn des 12. Schuljahres ein Thema mit Bezug zu zwei Unterrichtsfächern, das in Gruppen von 3-5 Schülern durch das Schuljahr hindurch selbständig zu bearbeiten ist. Dabei werden sie von 2 Fachlehrern betreut. Im Zeitrahmen der mündlichen Prüfungen findet die FüK in Form einer mündlichen Gruppenprüfung statt. Diese besteht aus einer Präsentation und einem Prüfungsgespräch. Jeder Schüler wird dabei individuell benotet.

    Außerdem hat jeder Schüler das Recht, sich in den schriftlichen Fächern zusätzlich mündlich prüfen zu lassen.

  • Die Fachhochschulreifeprüfung

    Die Freie Waldorfschule Ludwigsburg bietet die FHR-Prüfung in enger Abstimmung mit der Freien Waldorfschule am Kräherwald in Stuttgart an.

    Um nach dem Realschulabschluss in Klase 12 in die dortige FHR-Vorbereitungsklasse wechseln zu können, müssen die Schüler mindestens ab Klasse 9 eine Waldorfschule besucht haben und aufgrund der bis dahin gezeigten Leistungen von der Waldorfschule Ludwigsburg empfohlen werden. Die Empfehlung schließt eine teilweise Kostenübernahme durch unsere Schule ein.

    Empfohlen und aufgenommen werden alle Interessenten, die in der Realschulabschlussprüfung in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik ein Notendurchschnitt von 3 (befriedigend) oder besser erreicht haben, sofern das Notenzeugnis kein 5 (mangelhaft) enthält, und dem Schüler im vergangenen Schuljahr regelmäßiger Schulbesuch und erkennbarer Arbeitswillen bescheinigt werden können.

    Die Fachhochschulreifeprüfung an Waldorfschulen setzt sich aus einem schulischen und einem fachpraktischen Teil zusammen, die im 13. Schuljahr an der Waldorfschule geprüft und abgeschlossen werden. Daran schließt sich eine mindestens neunmonatige Tätigkeit in einem Betrieb der Wirtschaft oder einer vergleichbaren außerschulischen Einrichtung an. Die Fachhochschulreife ist in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz anerkannt, in anderen Bundesländern muss die Anerkennung ggf. beantragt werden.

    Der schulische Teil der FHR besteht aus den schriftlich geprüften Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik, Chemie wird mündlich geprüft. In Biologie, Geschichte und Kunst zählt die Jahresleistung. Im fachpraktischen Fach besteht am Kräherwald i. d. R die Wahl zwischen Buchbinden und Schreinern.

  • Das Abitur

    Die Waldorfschulen nehmen am Zentralabitur des Landes Baden-Württemberg teil.

    Diese Prüfung legen die Schüler unserer Schule in Klasse 13 ab.

    Die Prüfung umfasst acht Fächer, von denen vier Fächer schriftlich und zwei Fächer mündlich geprüft werden. In zwei weiteren Fächern wird im Rahmen von Unterrichtsbesuchen (Hospitationen) der Leistungsstand der Schüler bestätigt.

    Die Fächer Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache (bei uns Englisch oder Russisch) werden als so genannte Kernkompetenzfächer verbindlich schriftlich geprüft.

    Das vierte schriftlich zu prüfende Fach kann eine weitere Fremdsprache oder – üblicherweise und dem Profil unserer Schule entsprechend – Bildende Kunst oder Geschichte sein.

    Wurde eines dieser Fächer schriftlich geprüft, sind die übrigen Fächer automatisch Bestandteil der mündlichen Prüfung. Bedingung ist, dass beide Fremdsprachen und Geschichte bei den ersten sechs Prüfungsfächern enthalten sein müssen. Die Hospitationsfächer umfassen bei uns im Moment Biologie und Musik. Seit 2014 wird die schriftliche Prüfung der modernen Fremdsprachen um eine Kommunikationsprüfung erweitert.

    Für die Abiturprüfung zählt allein die Prüfungsleistung. Die Ergebnisse der schriftlichen Klausuren der Klassen 12 und 13 gehen nicht in die Prüfungsleistung ein.

  • Der Waldorfabschluss

    Die Pädagogik der Waldorfschule ist auf eine 12-jährige Schulzeit angelegt und findet am Ende der Klasse 12 ihren besonderen Abschluss.

    Zum einen erarbeitet jede Schülerin und jeder Schüler individuell ein selbst gestelltes Thema im Rahmen einer Jahresarbeit, die praktische und theoretische Komponenten enthält und der Schulöffentlichkeit vorgestellt wird.

    Außerdem wird im Klassenverband ein Schauspiel bis zur öffentlichen Aufführung erarbeitet. Zusammen mit dem künstlerischen Abschluss (Eurythmie/Musik) bilden diese Ereignisse Höhepunkte am Ende der Waldorfschulzeit. Dokumentiert und gewürdigt werden diese Leistungen im Abschlusszeugnis der 12. Klasse, das, wie alle unsere Zeugnisse, ein Textzeugnis ist.