Buchführung

  • Was versteht man unter "Doppelter Buchführung?"

    Die Grundlagen für die heutige Buchführung wurden vor mehr als 500 (!) Jahren im Venedig des 14. Jahrhunderts gelegt und schließlich von dem Mathematiker Luca Pacioli (1445 - 1514) als System umfassend dargestellt.

    Luca Pacioli: Abhandlung über die Buchhaltung, 1494

    Bei der Buchführung “alla veneziana” wird zu jedem Zu- oder Abgang ein “Gegenkonto” geführt. Daher auch die Bezeichnung “doppelte Buchführung”. Durch das Festhalten von Quelle und Ziel wird ein Überblick auf sämtliche Teile eines verzweigten Geschäftes möglich. “Doppelt” auch deshalb, weil der Gewinn ebenfalls auf doppelte Art ermittelt wird. Nämlich durch Vergleich des Betriebsvermögens am Anfang und Ende des Wirtschaftsjahres, sowie durch die Gewinn- und Verlustrechnung durch Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge.

    Die Erkenntnisaufgabe, ein Bewusstsein zu haben von allen Geldbewegungen wird mit Hilfe der doppelten Buchführung gelöst. Sie ermöglicht es festzustellen, wo einzelne Vermögenswerte sich befinden (gelagerte Waren, Immobilien, Sachwerte, Wertpapiere, Bargeld, Bankguthaben) und wie sie finanziert sind (Eigenvermögen, Darlehen), also einen Überblick zu gewinnen über sogenannte “Aktiva” und “Passiva”. Die Bilanz verschafft dem Gewerbetreibenden einen Gesamtüberblick über einen bestimmten Zeitpunkt seines Unternehmens, (die Gewinn- und Verlustrechnung über einen bestimmten Zeitraum).

    Dieses “wirtschaftliche Erkennen” kann nur so stattfinden, dass der Kaufmann seinem gesamten Unternehmen völlig objektiv gegenübertritt. Distanziert, jenseits aller Gefühle, Vorlieben, Antipathien muss ein Urteil gefällt werden.

  • Zur pädagogischen Bedeutung des Erlernens der Doppelten Buchführung

    Dass sie kulturell nützlich ist, liegt auf der Hand. Dies reicht aber als Begründung alleine nicht aus. Entscheidend ist jedoch, dass mit dem Erlernen der doppelten Buchführung Fähigkeiten geschult werden. Der Jugendliche, der im Reifealter stark dazu neigt, harsch zu urteilen und zu verurteilen, lernt hier, ohne Rücksicht auf eigenes Begehren, private Wünsche, objektiv einer Sache gegenüberzutreten, sozusagen die Sache aus sich selbst heraus sprechen zu lassen. Zudem wird er sachlich in Geldprozesse eingeführt.

    In der Buchführungsepoche werden die Themen Inventur, Inventar, Bilanz, Kontenrahmen, Buchungssätze, Gewinn- und Verlustrechnung behandelt. Im praktischen Teil wird die Handhabung der professionellen Buchhaltungssoftware Lexware Buchhalter“ geübt.

    Kaufmannsfrau bei der Buchführung. Figur aus Meißener Porzellan, um 1772